Das Spiegelproblem
| Haltung - Ratgeber und Hinweise |
Einleitung
Kaum mehr wurde bisher das Spiegelproblem so diskutiert wie kein anderes Thema. Gegner dieser Haltung sprechen von Verhaltensstörungen, mit chronischer Kropfentzündung, da diese Tiere von einer glänzenden Fläche zur nächsten flattern. Vor allen einzeln gehaltene männliche Vögel können im Laufe der Zeit eine Furcht erregende Fixierung auf alle glänzenden Gegenstände entwickeln. Wie denken Sie darüber?
Das Problem
Jeder Papagei, vor allem Wellensittiche, fühlen sich von Ihrem Spiegelbild magisch angezogen. Ein Spiel-/ Liebesgefährte, der sich bewegt, schnäbelt und sich genauso verhält wie er selber. Da er sich so ausgiebig und liebevoll mit seinem Spiegel beschäftigt, geht man als Vogelhalter von nichts bösem aus. Im Gegenteil... es wirkt eher lustig und vermittelt Gefühle von Freude und Zufriedenheit.
Die Ursache
Einzeln gehaltenen Papageien, die nicht genügend Bezug zu Ihrem Menschen haben und häufig alleine sind, suchen sich verständlicher Weise einen „Ersatzpartner“. Dieser Partner ist rund um die Uhr für den gefiederten Freund da. Hier kann sich ein regelrechter Spiegelfanatiker entwickeln.
Die Folgen
Dieser Trieb kann sich unter Umständen so stark ausprägen, dass Sie hartnäckig Kaffeekannen, poliertes Silber, Taschenspiegel, Schmuckstücke und andere spiegelnde Gegenstände anbalzen. Dies ist ein sicheres Anzeichen für Einsamkeit... er benötigt jetzt dringend einen Partner.
Bei älteren Tieren, die schon lange Ihren „Spiegelfreund“ zur Seite stehen, wird die Neigung zu polierten Flächen eine Verhaltensstörung und ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wahrscheinlich kann dieser Vogel mit anderen Artgenossen nichts mehr anfangen. Vielleicht könnte eine langsame Entwöhnen helfen.
Des weiteren kann sich der Kropf entzünden, besonders bei fütterungswütigen Männchen.
Das gleiche gilt auch für sogenannte „Steh-auf-Männchen“ und Plastikvögel, welche man auf die Stange zieht. Zwar wirken diese Attrappen nicht ganz so gut wie Spiegel und sind deshalb nicht ganz so leicht darauf zu fixieren, dennoch können auch diese zum Partnerersatz werden. Auch hier kann es pasSieren, dass der Vogel die Gegenstände stundenlang anbalzt und versucht zu füttern. Auch hier besteht die Gefahr der Kropfentzündung.
Fazit
Es gilt ganz klar, ein Spiegel gilt nicht als Partnerersatz !!!
Jeder verantwortungsbewusste Vogelhalte sollte sich, beim Erkennen solcher Symptome, eingestehen, dass es Zeit wird, dem Tier einen Artgenossen beiseite zu stellen.
Die oben geschilderte Problematik zeigt sich in der Regel nur bei einzeln gehaltenen Vögeln. Bei mehreren Vögeln, wird keiner in der Gruppe auf die Idee kommen, seinen „echten“ Partner gegen einen künstlichen einzutauschen. Ich bin der Meinung, dass die Tiere aber ohne solcher Gegenstände auskommen würden.
Wenn Sie dennoch solche Attrappen anbieten möchten, ist eine Beobachtung der Gruppe empfehlenswert. Entfernen Sie den Spiegel oder Plastikvogel, wenn diese gefüttert oder begattet werden.
Fall aus der Praxis
Im Jahr 2000 kaufte ich einen älteren Wellensittich, welcher in der zweiten Hand (Zeitung für Gebrauchtwaren aller Art) angeboten wurde. Er wurde mit dem Zusatz „zahm“ angeboten.
Voller Erwartung fuhr ich zu den Verkäufern und sah mir den Wellensittich an... er wirkte auf den ersten Blick verspielt und gesund.
Die ehemalige Halterin teilte mir mit, dass er ein Lieblingsspielzeug habe und das ich es ihm unbedingt nicht wegnehmen sollte. Mir wurde leider zum damaligen Zeitpunkt nicht klar, dass dieser Wellensittich bereits Verhaltensstörungen aufwies. Immer da wo das Spielzeug war, flog er auch hin und versuchte das glänzende Spielzeug zu begatten.
Ich kaufte trotzdem den Vogel und nahm ihn mit nach Hause, wo er auch schon bald in seinen neuen Käfig einzog. Ich gab ihn den Namen Jacky 2.
Da ich mir einen zahmen Vogel wünschte, versuchte ich mit ihm zu spielen, was aber von Anfang an missglückte, denn er hatte nur sein Spielzeug im Kopf. Nahm ich das Teil in die Hand, flog er ebenfalls schnurstracks auf meine Hand und schnäbelte kräftig weiter. Wenn ich das Spielzeug versteckte, sah man ihm förmlich die Traurigkeit an, was mir dann doch das Herz brach und ich ihm seinen glitzernden Gegenstand wiedergab. (Das Foto oben zeigt Jacky mit seinem Lieblingsspielzeug)
Ich gab die Hoffnung nicht auf und versuchte ihn zu entwöhnen... bei seinem Freiflug suchte er sich aber neue Gegenstände, wie zum Beispiel auf dem Foto zu sehen, die Küchenarmatur. (Nachdem er sein Spielzeug nicht mehr hatte, suche er einen Ersatz - Foto rechts) Zwei Wochen später verstarb er, wahrscheinlich hatte er Zug bekommen, trotz jeglicher Vorsicht! Seit her bin ich ein Gegner der Spiegel, obwohl diese auch positive Wirkungen haben können, aber dazu mehr in meinem folgendem Bericht:
Quelle
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WP-Magazin
Aktualisiert (Montag, den 08. Juni 2009 um 14:57 Uhr)








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